Neuseeland Nordinsel
Die Nordinsel
Ausschließlich die Nordinsel von Neuseeland ist gekennzeichnet durch zahlreiche Vulkane, besonders auf dem Vulkanplateau im Zentrum der Insel, zu dem auch der Tongariro National Park gehört, der mit dem Mount Ruapehu den größten Berg der Nordinsel besitzt. Gleichzeitig ist dies neben der White Island einer der noch zwei noch aktivsten Vulkane des Landes. Die letzte Eruption fand im Jahr 2007 statt und zeigt auch die Gefahr, die von noch aktiven Vulkanen ausgeht.
In der Taupo Volcanic Zone, kurz TVZ, befinden sich die meisten der noch aktiven Vulkane der Nordinsel. Selbst der 185m tiefe Lake Taupo ist aufgrund von vulkanischer Aktivität entstanden. Vor rund 1800 Jahren als der Taupo Vulkan ausbrach und Unmengen von Asche und Geröll ausspuckte, entleerte sich die riesige Magmakammer unter der Erdoberfläche. Der Boden gab nach und formte ein Teil des heutigen Lake Taupo. Der Ausbruch war auf der ganzen Welt erkennbar und durch die um den Globus ziehenden Staub- und Aschewinde, konnte auch das genaue Ausbruchsjahr auf 186 n.Chr. datiert werden. Zu dieser Zeit notierten die Chinesen einen sich verdunkelnden Himmel und die Römer einen feuerroten Himmel. Man kann sich vorstellen, welche Auswirkungen große Vulkanausbrüche auf den Rest der Erde haben können.
Geht man weiter nördlich, kommt man zur Region Bay of Plenty, wo sich die 321m hohe White Island befindet, die circa 45 km nordöstlich von Whakatane liegt. Die Maori nannten die Insel damals Te Puia o Whakaari, was übersetzt soviel heißt wie „der dramatische Vulkan“. Und das ist er auch. Die letzte Aktivität fand im Jahr 2000 statt, als er Aschewolken ausstieß, die bis hinüber zum Festland zogen.
Für Menschen bestand zu dieser Zeit keine Gefahr, da die Insel unbewohnt ist, jedoch bis zum Jahr 1914 arbeiten tatsächlich Menschen dort (Schwefelabbau). Ein Ausbruch des Vulkans beendete jegliche menschliche Zivilisation auf der Insel. Diese wurde ursprünglich von James Cook entdeckt und aufgrund der weißgrauen Felswänden und des Mangels and grüner Vegetation, hat er sie White Island getauft. Dabei ist das, was man von der White Island sieht nur der kleinste Teil des Vulkans. Unter dem Meeresspiegel reicht der submarine Vulkan noch 1300m tiefer, wobei seine Entstehung circa 150.000 bis 200.000 Jahre zurückreicht. Wer dies hautnah miterleben möchte, kann eine geführte Tour mit dem Boot oder auch dem Helikopter unternehmen.
Auch in Rotorua spürt man noch heute die starke geothermale Aktivität. Dort findet man kochend heiße mud pools, Schwefelquellen, die der Stadt den typischen Geruch nach faulen Eiern bescheren, und auch Geysire, die man besichtigen kann. Ein Trick: Die Geysire werden häufig mit Seife, teilweise immer um die gleiche Tageszeit, mit Seife aktiviert. Das freut besonders die vielen Touristen, die sich das Spektakel anschauen. Die heißen Quellen um haben einen nachgewiesenen gesundheitlichen Nutzen, sodass Rotorua später auch als „Cureland“ (engl cure = heilen) bekannt war.
Aber Rotorua ist mit seiner Geothermie (Geysire und heiße Quellen) nicht alleine. Insgesamt 67 heiße Quellen gibt es hauptsächlich auf der Nordinsel zu besichten, aber auch zum Ausprobieren! Viele heißen Quellen findet man nördlich von der Stadt Taurangi im Bay of Plenty, wie auch den Hot Water Beach, wo man sich selbst seinen Pool graben kann.
Ein Großteil der geothermalen Aktivitäten wie heißen Quellen, Geysire oder auch Schlammpools liegen fast vollständig auf der Nordinsel. Die Ausnahme bilden die Hanmer Springs und die Westküste der Südinsel, wo man ebenso hot pools genießen kann.
In der Hauptstadt Wellington besteht die stärkste Erdbebebgefährdung des Landes, sodass dort erdbebensichere Bauweise groß geschrieben wird. An der Südspitze der Nordinsel schiebt sich nämlich die leichte, dicke australische Platte über die zwar dünnere, aber schwerere pazifische Platte. Dadurch verändert sich auch der Küstenverlauf, der nach einem beben im Jahr 1400 um sage und schreibe rund 3m angehoben würde.
Aufgrund dieser Tatsache wird dort besonders intensiv nach einer Lösung für dieses, eigentlich nicht zu beseitigende Problem, geforscht. Daher hat sich Wellington den letzten Jahren zu einer der führenden Städte zur Erforschung von geologischen Plattenverschiebungen entwickelt.

Neuseeland
Studieren in Neuseeland




