Jobs in Neuseeland
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Jobs in Neuseeland

Erfahrungsbericht – Jobsuche

Als armer Student will man ja arbeiten, ich jedenfalls. Nicht nur wollen, muss man. Jedenfalls hab ich mich mal auf die Jobsuche gemacht, und das war wieder eine Odyssee für sich. Ich glaube, man muss einfach verschiedene Wege gehen um den richtigen Job zu finden und manchmal einiges ausprobieren, bis es passt. Gesucht habe ich in den lokalen Zeitungen und Käseblättern, habe mir die Aushänge im Supermarkt (New World) angeschaut und mal bei meinen Kontakten die Information verbreitet, dass ich einen Job suche. Ich hatte auch den Tipp bekommen, direkt in die einzelnen Läden zu gehen und meinen Lebenslauf dort zu lassen, aber das war mir erstmal zu aufdringlich, deshalb habe ich zuerst auf Anzeigen geantwortet.

Ein englischer Lebenslauf wird übrigens rückläuf chronologisch verfasst (also die aktuelle oder letzte Tätigkeit zuerst und dann rückwärts in der Zeit) und enthält KEIN Foto. Stattdessen kann man aber ein sogenanntes „professional objective“ formulieren. Das sind zwei bis drei Sätze, in denen man erklärt, was man eigentlich will. Bei mir lautete das Ganze folgendermaßen: „As an international student, I came to New Zealand to study and to discover the country. With experience in child care and shop assistance (retail) I am looking for new professional challenges to gain work experience while I am studying”.

Studentenjobs sind oft harte Arbeit und selten interessant Da ich mich für sehr intelligent und großartig hielt, hatte ich zuerst nach etwas gehobeneren Jobs Ausschau gehalten, man ist ja internationaler Student mit Intellekt. Die erste Anzeige, die mir gefallen hat, war Verkäuferin in einer Galerie. Ich also hin und mir die Kunst und den künftigen Arbeitsplatz mal angeschaut. Das ästhetischste in der ganzen Galerie war das Kostüm der Verkäuferin, die Bilder und plastische Kunst so unglaublich charakterlos, dass ich keine Ahnung hatte, wie ich das hätte verkaufen sollen. Fazit: Das war nichts. Die nächste Anzeige die ich interessant fand, war für eine Stelle als Nachtbetreuerin im Altenheim. Die Arbeitsbedingungen hier waren ganz hervorragend, gute Bezahlung, freies Essen.

Allerdings redetet die Heimleiterin die ganze Zeit von Krankheit und Tod und wie ich das bewältigen muss, und irgendwie kam ich für mich zu dem Schluss, dass ich so nicht meine freie Zeit in Neuseeland verbringen möchte. Insgesamt kann man in Neuseeland für Nebenjobs mit Gehältern zwischen NZD 12,50 (Mindeslohn) und NZD 26, 50 (spezialisierte Fachstellen, die Ausbildung und Erfahrung erfordern) rechnen. Interessante oder komplexere Stellen sind nicht automatisch gut bezahlt, es hängt vielmehr vom Arbeitgeber ab, wieviel er den hart arbeitenden Studenten geben möchte. Wer einen Job sucht, sollte daher ein paar Arbeitsstellen vergleichen und nicht gleich den erstbesten Job nehmen, der ihm in die Hände fällt. Auch muss man schnell sein, manchmal erscheint eine Arbeitststelle morgens in der Zeitung und ist abends schon besetzt. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, immer ein paar Lebensläufe zu Hause liegen zu haben, die ich gegebenenfalls sofort vorbeibringen kann.

Einfach bei den Geschäften vorbeigehen und nachfragen Allein mit der Antwort auf Anzeigen kam ich schlecht weiter, also beschloss ich, doch mal meinen Lebenslauf in verschiedenen Geschäften vorbeizutragen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass das die beste Strategie war. Man kann sich gleich persönlich vorstellen, Interesse zeigen, nachfragen und sich den Arbeitsplatz gleich ansehen. So bekommt man etwas von der Atmosphäre mit und hat einen ersten Eindruck.

Eine Stelle als Küchenhilfe in einem indischen Curry-Restaurant habe ich sofort bekommen. Ich dachte, ich fange das jetzt mal an, bis der Traumjob vom Himmel fällt. Ich mach es kurz: Es war furchtbar. Geschirr einweichen und in den Spüler, Reis abfüllen, dazwischen mal die Gerichte verkaufen. Und ich hatte einen sehr intensiven Einblick in die Art und Weise, wie Lebensmittel gelagert und schnelle Gerichte zubereitet werden.

Nach einem Abend habe ich es wieder hingeschmissen und bin da nie wieder Essen gegangen. Die gleiche Erfahrung hatte ich dann nochmal in einer anderen Küche – da war zwar die Hygiene besser und das Team echt nett, aber Geschirr spülen ist eine derart langweilige Tätigkeit, dass ich das einfach nicht gebracht habe. Gut waren in der zweiten Küche allerdings die Bezahlung und das Trinkgeld: Was die Kellner an Trinkgeld bekommen hatten, wurde im ganzen Team geteilt, und ich bekam einen ordentlichen Batzen ab.

Am Ball bleiben und geduldig sein Es kann manchmal sehr lange dauern, bis man einen passenden Job findet. Man darf nur den Mut nicht verlieren und nicht aufgeben. Jobs gibt es genügend, man muss nur den richtigen herausfischen. Wenn man die Möglichkeit zum Probearbeiten hat, sollte man das unbedingt machen, um zu sehen ob es passt. Ich hatte mich dann schließlich auf eine Stelle als Rezeptionistin in einem kleinen Apartmentkomplex beworben und die Stelle bekommen.

Die Chefin meinte im Interview, sie suchen jemanden der mitdenkt und lernen möchte. Da fühlte ich mich doch sofort angesprochen und habe mich ins Zeug gelegt. Die Stelle ist schlechter bezahlt als der Küchenkram, aber ich habe viel Kundenkontakt (auch am Telefon), was meinem Englisch sehr gut tut, und die Chefin ist auf Zack. Ich denke, ich kann dort über Hotelbetriebe einiges lernen und die Stelle macht sich auch gut im Lebenslauf. Also soweit perfekt. Ich bin über meine Odyssee ganz froh, weil ich verschiedene Jobs kennen gelernt habe und jetzt weiß was mein Ding ist und was nicht. Und wenn man sich viel bewirbt, wird man auch sicherer bei den Vorstellungsgesprächen.